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10.06.2009 - Liga für moralische Wiedergeburt -

 

 

RO 557105 lacobeni / Jakobsdorf / Jakabfalva Rumänien

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Mail: dondemidoff@web.de / www.depeschedondemidoff.com

Redaktion "ZiarulMeu" - Str. Fabricii Nr. 13 - 555100 Agnita - Rumänien

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Telefax +40 269 513 444

Notfalltelefon +40 269 513

 

 

PRESSEMITTEILUNG 3. Juni 2009

 

 

Wir übermitteln Ihnen die Anzeige der Liga für moralische Wiedergeburt, mit Sitz in der Gemeinde Iacobeni, Str. Şcolii, Nr. 232, Kreis Sibiu, vertreten durch den Vorsitzenden Pater Don Demidoff, an ANAP (Nationale Verwaltung der Strafanstalten).

 

Diese Behörde lehnt die Unterzeichnung des Zusammenarbeitsprotokolls über die Gewährung des religiösen Beistands in Strafanstalten, worüber am 14. April 2009 verhandelt wurde, ab.

 

An dem Tag wurde die Unterzeichnung dieses Protokolls beschlossen, wobei danach, durch den Einfluss der Leitung der Sicherheitsstrafanstalt Codlea, Dumitrache, Parpale und Stoie, die Leitung von ANAP grundlos die Unterzeichnung dieses Protokolls verzögert hat, obwohl die Häftlinge zahlreiche Anträge auf Gewährung von religiösen Beistand stellen.

 

Die Häftlinge wurden ständig schikaniert, bedroht und gequält, weil sie mit der Liga für moralische Wiedergeburt hinsichtlich des religiösen Beistands durch Pater Don Demidoff zusammenarbeiten möchten.

 

Es ist wichtig zu wissen, dass wir in den letzten 2 Jahren Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft beim Berufungsgericht Brasov über schwerwiegende Straftaten, wie Folter, Missbrauch und sonstige Taten erstattet haben, wobei die entsprechenden Überprüfungen beim Berufungsgericht Brasov, beim Obersten Gerichtshof und beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg erfolgten.

 

Infolge der strafrechtlichen Übermittlungen wurden zahlreiche Gewalttaten, Selbstmordversuche, Ausführung der Strafen unter Folterbedingungen festgestellt. Neulich ist ein Häftling unter verdächtigen Bedingungen gestorben, nachdem er eine notarielle Erklärung über die menschenverachtenden Verhaltensweisen und Folter abgelegt hat.

 

Aus dem dargelegten Sachverhalt geht hervor, dass in den rumänischen Strafanstalten die Grundrechte und -freiheiten der Häftlinge, vorgesehen in der durch Rumänien unterzeichneten Erklärung, missachtet werden.

 

 

NATIONALE VERWALTUNG DER STRAFANSTALTEN

Zu Händen der Geschäftsführung

 

 

Die Unterzeichnete "LIGA PENTRU RENAŞTERE MORALA" ("LIGA FÜR MORALISCHE WIEDERGEBURT") mit Sitz in der Gemeinde Iacobeni, Str. Şcolii Nr. 232, Kreis Sibiu, vertreten durch den Vorsitzenden Pater Don Demidoff, bezieht sich hiermit auf die Anträge, eingereicht per Fax am 30. April 2009, 14.45 Uhr, Faxnummer 021 24 26 078, und am 25. Mai 2009 und durch Einschreibebrief mit Empfangsbestätigung.

 

Am 30. April 2009 haben wir 4 Änderungen zum Zusammenarbeitsprotokoll, Gegenstand des Gesprächs vom 14. April 2009, mit vorgesehenem Unterzeichnungsdatum 30. April 2009, beantragt. In der Anlage übermitteln wir Ihnen die Kopie dieses Schreibens.

 

Am 25. Mai 2009 haben wir ein Faxschreiben und einen Einschreibebrief mit Empfangsbestätigung übersandt, mit der Bitte, uns das Datum für die Unterzeichnung des Zusammenarbeitsprotokolls über die Gewährung des religiösen Beistands für die Häftlinge mitzuteilen.

 

Zurzeit empfängt die Liga zahlreiche Schreiben von den Häftlingen der Sicherheitsstrafanstalt Codlea, wodurch die Anwesenheit von Pater Don Demidoff zur Gewährung des religiösen Beistands beantragt wird. Gleichzeitig sind in diesen Schreiben Beschwerden über den Beamten-Psychologen Staier der Sicherheitsstrafanstalt Codlea vorhanden, weil dieser die Häftlinge mit dem Transfer in anderen Strafanstalten und der Erstellung von Strafberichten bedroht, falls diese mit der Tätigkeit der Liga einverstanden sind. Zusätzlich verleumdet der Psychologe Staier Pater Don Demidoff, indem er unter anderem behauptet, dass dieser Gewinn mit Hilfe jedes Häftlings erzielen möchte.

 

Neulich wurde ein Häftling in die Strafanstalt in Miercurea Ciuc überstellt, da dieser den Vorsitzenden der Liga treffen wollte. Andere Häftlinge wurden in andere Räumen verlegt.

 

Die Liga für moralische Wiedergeburt ist der Ansicht, dass diese Sachlage besorgniserregend ist, und beantragt bei Ihnen, die notwendigen gesetzlich vorgesehenen Maßnahmen zu treffen. Zusätzlich beantragen wir, dass Sie uns Ihren Standpunkt über die Unterzeichnung des Zusammenarbeitsprotokolls mitteilen.

 

In der Anlage übermitteln wir Ihnen die Veränderungen zum Zusammenarbeitsprotokoll vom 30. April 2009; die Kopie des Faxschreibens vom 25. Mai 2009, beide durch Fax eingereicht.

 

 

Vorsitzender der Liga

Pater Don Demidoff ICCC

 

 

Vorsitzender und Gründer der Liga: Pater Don Demidoff ICCC

 

Liga zugelassen durch das Amtsgericht Bukarest 3. Stadtbezirk durch Beschluss Nr. 92 + Nr. 131

 

Genehmigungen: Ministerium für Kultur und Kultus Nr. 6784/12.10.2004 / Ministerium für Bildung und Forschung Nr. 1101/11.04.2005

 

Ministerium für Arbeit, Solidarität und Familie Nr. 135/20.04.2005

 

Ehrenbürger der Gemeinde Cincu / Großschenk

 

Exzellenzdiplom "Persönlichkeiten, die zur Geschichte von Sibiu beitragen" Hermannstadt

 

Member of International Council of Community Churches USA

 

Zulassung der Stiftung Sf. Don Bosco 0005565 der Anbieter von Sozialfürsorgeleistungen Braşov

 

Vertreter der LIGA beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg

 

Rechtsanwalt Dr. Roland Giebenrath D.G.A. Straßburg

 

Stichting Pater Don Thuis voor Straatkinderen KvK Amsterdam 41208294 06-02-1989

 

 


11.08.2007 Ich kann gar nicht soviel fressen, wie ich kotzen müßte........

 

 

Drei geschlagene Tage war ich nun bei der Staatsanwaltschaft beim Appellationsgerichtshof in Brasov: am 8.,9. und 10. August d.J. . Die meisten Häftlinge, die ich hatte laden lassen, verweigerten aus Angst die Wahrheit oder leugneten sie sogar, obwohl sie mir vorher die Folterungen geschrieben oder gebeichtet hatten.

 

10 Häftlinge aber sagten, sie hätten nichts mehr zu verlieren, ihr Leben sei doch verwirkt und schilderten die grauenhaftesten Folterungen. Mir wurde ganz schlecht dabei, ich wusste also noch lange nicht alles. Ich musste hinter dem jeweiligen Häftling sitzen, hatte kein Recht der Intervention oder der Vermittlung einer Frage durch den Staatsanwalt oder auch nur die Möglichkeit eines Blickkontaktes um ihn zu ermuntern. Als ich mehrmals stöhnte, "o mein Gott", sagte der Staatsanwalt: lassen Sie diese Art Bemerkungen.

 

Ich kann nicht alles schildern. Mir ist immer noch ganz schlecht. Ich habe zwei Tage nur geschlafen, wegwischen wollen. Der Direktor der Haftanstalt Marian Dumitrache selbst gab Befehl zum Foltern, der stellvertretende Direktor Valentin Parpare schlug selbst. Sie sind immer noch im Amt. Ich habe heute den Generaldirektor der Zentralen Gefängnisverwaltung in Bukares Gheorghe Spaiuc aufgefordert, die beiden sofort zu entlassen und anzuklagen.

 

Ein Häftling war geschlagene zwei Jahre in der berüchtigten Sektion V (für "gefährliche Kriminelle") im Keller an Händen und Füssen gefesselt. Die Notdurft musste er oft über sich ergehen lassen. Können solche Menschen noch resozialisiert werden, müssen sie nicht einen unglaublichen Hass auf uns entwickeln.

 

Ein anderer Häftling wurde ständig von mehr als 20 Zellengenossen sexuell missbraucht. Als er sich mehrmals beim Personal beschwerte, wurde auch er in die Sektion V verfrachtet. Er schnitt sich zweimal die Armvenen und einmal die Halsader auf.

 

Andere berichteten von der psyhchischen Folter durch das Essen. Beinchen von Ratten und Nägel gab man dem Essen bei.

 

Ein anderer wurde geschlagen, bis sein Magen heraustrat. Er zeigt dem Staatsanwalt seinen Bauch, der nicht verheilt.

 

Anderen werden die Medikamente oder Operation verweigert. Ein Herzkranker, dem wir die von dem Anstaltsarzt verschriebenen Herzmedikamente besorgt haben, darf sie nicht empfangen. "Der soll sterben, dann sind wir ihn los".

 

Ich kann und will nicht alles aufschreiben. Kann ich in diesem Land noch leben? Ich habe die Neigung mich eines vulgären neuen Ausdruckes zu bedienen: "Ich kann gar nicht soviel fressen wie ich kotzen will....." Kann man noch anders als vulgär reagieren?

 

Vorige Tage stand ein ausgebreiteter Artikel in der Zeitung "Eveninmente Zilei", danach sich ein grosser Prozentsatz des Volkes überhaupt nicht wäscht. Das will ich seit langem schreiben, aber ich bin auch selbst genug verfolgt hier.Unsere Kinder müssen wir immer noch täglich anhalten, sich die Zähne zu putzen. In einem Bus mitzufahren oder eine HL.Messe zu lesen, ist auch Folter, weil man in dem Gestank umkommt. Ich werde ständig bedroht, immer anonym, mein Wachhund vergiftet. Geh in den Irak, heisst es, dort braucht man dich und wird Dich in die Luft jagen oder Geh in Dein Land, erzieh Dein eigenes Volk oder verschwinde endlich. Wer hat Dich eigentlich hierhergeholt?

 

Der Staatsanwalt muss nun die Prozedur des Verfahrens eröffnen. Ich werde deshalb noch viele Prügel erhalten. SEINE allmächtigen Engel haben mich 16 Jahre geschützt, mir wird kein Haar gekrümmt werden, wenn SEINE Hand über mir bleibt. Mit den Engeln Gottes bin ich in die Gerichtssäle gegangen.

 

Der Mitropolit von Sibiu, Streza, das Oberhaupt der Orthodoxen Kirche, hat die Tageszeitung "Ziarul de Sibiu" aufgefordert, meine wöchentliche Kolumne "Das Wort zu Sonntag", in dem ich die gesellschaftlichen Bedinungen und moralische Dekadenz kritisiere, zu entfernen.... Der deutsche Generalkonsul verbreitet das Gerücht, ich sei ein Alkoholiker und verbrüdert sich mit der rumänischen Mafia, der Nomenklatur der Politik. Ich habe im deutschen Aussenministerium persönlich Dienstaufsichtsbeschwerde erstattet. Man sagte mir, wenn der Generalkonsul nicht bekennt, hätte ich keine Chance, denn immerhin habe der den Status der Immunität.

 

Ich komme mir vor, wie ein Dummkopf, der sich weigert, die Spielregeln einer verkommenen Gesellschaft, nicht nur in Rumänien, zu begreifen.

 

Bitte helfen auch Sie, wie auch immer

 

Pater Don Demidoff ICCC

 

Liga für moralische Wiedergeburt



Offener Brief an die Häftlinge in Codlea

 

Am Montag, den 11. Juni 07 war es endlich soweit. Nach monatelangem Energieaufwand, Zeit und Stress, Tausende von Briefen in Europa in Sachen Folter in Codlea, unendliche Nachtarbeit, schliesslich Anhörung im Parlament und Empfang beim stellvertretenden Generaldirektor der Nationalen Gefängnisverwaltung in Bukarest, hatte ich die Vernehmung von Euch Strafgefangenen erreicht, die in meiner Evidenz von Hunderten Gefolterten sind.

 

Ich hatte die Sondererlaubnis, bei Eurer Anhörung bei der Staatsanwaltschaft beim Appellationsgerichtshof in Brasov anwesend sein zu dürfen, aber ich durfte nicht "teilnehmen", also Euch keine Fragen stellen oder mit Euch sprechen.

 

So waren sechs von 45 psychisch oder physisch Gefolterten vom Hochsicherheitsgefängnis Codlea zur Staatswaltschaft gebracht worden.

 

Ihr hattet mir oft geschrieben, einige kannte ich persönlich. Eure Briefe waren voll von Not und Trauer, Jammer und Schmerz, tiefer Zerrissenheit. Viele sprachen von Suizid.

 

Ich glaubte meinen Ohren nicht zu trauen: Beim Procuror berichtetet Ihr nur Gutes vom Gefängnis, "es gibt keine Folter, das Essen ist gut, es gibt warmes Wasser zum Duschen, überhaupt sei Codlea das beste aller Gefängnisse".

 

Wie gesagt ich durfte nicht eingreifen. Und ich musste an die Warnungen von vielen Menschen auch Freunden denken: "Lass das mit den Gefangenen, es sind schlechte Menschen, niemand kann ihnen helfen..... Sie haben das verdient...."

 

Also frage ich mich, was habt ihr mir da für Briefe geschrieben oder mir mündlich oder in der Beichte berichtet? Gibt es denn in Euren Reihen überhaupt keine Scham? Was habt ihr gejammert, gewimmert, gebettelt..........! Und jetzt ist das alles nicht wahr? Oder wolltet Ihr nur von meinen materiellen Hilfen profitieren.

 

Sicher ich weiss, dass Ihr Angst habt

Mit wieviel Energie habe ich durchgesetzt, dass der Staatsanwalt die Untersuchung eröffnet. Ihr wisst, wie es euch sonst ergeht, wenn ihr bei Gericht oder bei den Procuraturen Recht oder Hilfe sucht. Alle halten sie zusammen, niemand hackt dem anderen von den Autoritäten ein Auge aus. Staatsanwalt Benga hat Euch seinen guten Willen gezeigt, klare Fragen gestellt, Euch ermuntert zu reden und Ihr habt gelogen, gelogen, gelogen. Und damit habt ihr mich "vorgeführt". Was denken die Autoritäten jetzt von mir? Mache ich mich wichtig? Bin ich der Spinner? Ist die "Liga für moralische Wiedergeburt" nicht normal?

 

Ich bin tief traurig. So verliert Ihr einen Freund.

Mitte Juli wird die Vernehmung fortgesetzt. Wieder werden einige von Euch gerufen. Habt Ihr dann weiter vor, zu lügen, Euch leise schleichend aus der Verantwortung zu ziehen, weil es bequemer ist? Ist es bequemer weiter, noch Jahre, diese Quälereien, seelisch und körperlich hinzunehmen?

 

Nochmals ich verstehe, wenn Ihr Angst habt. Wenn Ihr mit dem Staatsanwalt redet, macht von Eurem Recht Gebrauch und bittet, o h n e den Agenten von Codlea vernommen zu werden. Sagt einfach zu ihm: Ich will ohne den Agenten vernommen werden oder sagt: ich will Pater Don etwas fragen dürfen.

 

Einer von Euch hat davon Gebrauch gemacht. Wie gesagt, ich darf nichts sagen, nur hinten sitzen und zuhören. Das ist die Spielregel. Und Spielregeln müssen beachtet werden. Wenn Ihr die Spielregeln in der Freiheit akzeptiert hättet, wäret Ihr heute nicht dort, wo Ihr nun seid.

 

Und schliesslich: ein wenig Courage darf man auch von Euch erwarten. Wenn Ihr gar keine Courage habt, wie soll dann irgendwann überhaupt das System der Gewalt und Menschenverachtung in Codlea abgeschafft werden. Manche von Euch müssen noch ein Jahrzehnt und länger in diesem Dreck verbringen. Merkt Ihr nicht, dass Ihr dort vollständig verroht?

 

Für Eure kriminellen Taten hattet Ihr Courage. Um für Eure 1.000 Mitgefangenen etwas Gutes zu tun, habt Ihr keine Courage? Was seid Ihr für Menschen.

 

Ich hatte Euch meine Hand gereicht. Auch im Gefängnis muss man ein Mensch bleiben, sagte ich Euch. Darum bin ich über ein Jahr zu Euch gekommen, um mit Euch zu reden, Trost zu geben, Eure Sorgen zu hören und zu helfen, wo es geht. Viele Familien von Euch habe ich auf Euren Wunsch besucht, Eure Botschaft überbracht, von ihnen ein Foto gemacht und Euch übergeben. Der Entzug der Freiheit ist die höchste Strafe, die man einem Menschen in einer Demokratie auferlegen kann, sagte ich Euch auch.

 

Für den Deputaten Nati Meir hattet ihr einen Hungerstreik organisiert. Das ist legal. Aber wo ist dieser Deputat jetzt. Er war nicht mal bei der Anhörung im Parlamentsausschuss präsent.

 

Mehr als 150 von Euch haben eine Petition geschrieben, damit ich zurückkomme. Aber was habt Ihr dafür getan, dass diese Petition ernst genommen wird? Vorsicht: ich spreche nicht von illegalen Aktionen, schon gar nicht von Gewalt oder anderen Regelbrüchen. Aber ein Hungerstreik ist legal, weil ihr damit nur Euch selbst schädigt. Das ist in Eurer Verantwortung. So hätte ich längst wieder bei Euch sein können und ich würde erfahren, welche Repressalien Ihr in der Phase der juristischen Untersuchung hinnehmen müßt.

 

Ihr müsst jetzt irgendetwas Legales unternehmen, damit das laufende Verfahren ernst genommen wird und Ihr keine Angst mehr haben müsst.

 

Am 15. Juli gehen die Vernehmungen in Brasov weiter. Ich bin gespannt, was nun nach diesem Brief passiert. Die von Euch, die mich am 11. Juni so schändlich vorgeführt haben, bitte ich mir nicht mehr zu schreiben. Unter keinen Umständen. Die haben mein Vertrauen misbraucht.

 

Für diese und für Euch alle bleibe ich in meinem bescheidenen Gebet. Möge irgendetwas Gutes in Euch aufbrechen, auf jeden Fall ein wenig Mut.

 

Wenn 45 Gefangene die Wahrheit sagen, wird Euch, kann Euch nichts geschehen. Oder will man 45 Gefangene anketten, schlagen?

 

Mein Ziel ist, diejenigen hinter Gitter zu bringen, die jetzt die Gesetze misbrauchen, um Euch zu verletzen, den Direktor von Codlea und einige Agenten. Einen Namen haben wir bereits: ein "Marin". Stimmt das? Wenn wir zusammenhalten, wird die Wahrheit siegen.

 

Im Büro des Direktors sah ich seinerzeit einen Vogelbauer mit einem Vogel, den er von Zeit zu Zeit frei fliegen liess. Das ist im Prinzip nichts Besonderes. Aber im Büro eines Direktors einer Haftanstalt finde ich das gelinde gesagt pervers. Da geht meine Phantasie mit mir durch:

 

Wann darf der Vogel seinen Käfig (seine Zelle) verlassen.....?!

 

Ich lege Euch wieder einen frankierten Umschlag bei. So könnt Ihr mich informieren, was zur Zeit passiert.

Euer

Pater Don Demidoff ICCC 

 

Jeden Sonntag in jeder Heiligen Messe denke ich ganz besonders an Euch. Es muss doch einige unter Euch geben, die noch nicht ganz verdorben sind, die irgendwann einmal ein neues Leben anfangen wollen.

Meine Basilica in Jakobsdorf:

. Der Agent von Codlea, der dabei sass, hat sicher die Ohren gespitzt, um dann der Direktion zu berichten. Das ist mir klar. Aber dann muss man seine Angst formulieren und sagen: "Ich kann nicht reden.... oder ich habe Angst..... oder wenn ich die Wahrheit sage, weiss ich nicht was mit mir passiert.... oder wir wurden noch auf der Hinfahrt zur Procuratur gewarnt, bedroht, so wie es auch oft ist, wenn wir zu Gericht fahren.....!

 





Rumänien: Gefängnisse für Schweine


Wer den Häftlingen eine Linderung der Leiden anbieten will, dem wird das verboten. Wer eine Unterstützung zur gesellschaftlichen und moralischen Rehabilitation anbietet, wird abgelehnt. 30 Tage vor dem UE-Beitritt beschreibt der Gründer der Liga für die moralische Wiedergeburt, Pater Don Demidoff, die Lebensbedingungen der Häftlinge in Rumänien. Schlechter als die der Schweine in West-Europa.

 

Im Februar dieses Jahres hat Pater Don Demidoff eine Reihe von wohltätigen Initiativen im Hochsicherheitsgefängnis Codlea, Kreis Brasov, begonnen. Er wollte den Menschen, die einen

Fehler gemacht haben, Hilfe anbieten, um ihnen zu zeigen, dass auch andere Lösungen möglich sind, dass ihre Rehabilitation gewünscht wird und, dass sie nicht vergessen wurden. Dafür hat er über sehr Monate gegen ein System, welches nicht die Rettung der Häftlinge, sondern deren Zerstörung als rationale Menschen, die der Gesellschaft nützlich sein konnten, gekämpft. Pater Don ist zu diesen Schlußfolgerungen gekommen, nachdem er ein Kind, dem er in der Vergangenheit geholfen hat und zur Zeit verhaftet wurde, besuchte. Dieses Kind bat ihn, ihn zu besuchen und auch mit den anderen Häftlingen zu reden. Mit der vorherigen Gefängnisführung hat Pater Don vereinbart, die Häftlinge jeden Freitag zu besuchen, deren Beichten abzunehmen und mit ihnen zu reden. Das kommunistische System hat aber die guten Absichten von Don Demidoff besiegt.

 

Verbotene Beichten

 

„Durch diese Tätigkeit habe ich keinen Proselytismus gemacht. Ich habe niemanden zu seiner Kirche bekehrt. Ich habe versucht, den Häftlingen Hilfe anzubieten. Mit Kleidern, Lebensmitteln, mit Beichten, mit Rechtshilfe. Aber die miserablen Bedingungen in diesen Anstalten lassen diesen mildtätigen Versuch scheitern”, erzählt Pater Don Demidoff.

Die Bedingungen, die er dort gefunden hat, sind schwer vorstellbar. Don Demidoff hat kranke, geschlagene, vergewaltigte Häftlinge kennengelernt. „Ein junger Mann hat mir erklärt, dass er absichtlich aus einer Gefängniszelle in einer anderen versetzt wird, um vergewaltigt zu werden. Manchmal sogar 20 - 30 am Tag.

30 Gefangene in einer Zelle eingepfercht, ohne Bettwäsche, ohne jegliche Unterstützung bei einer Krankheit. Theoretisch haben sie Möglichkeit, Briefe zu schreiben, aber im Gefängnis finden sie kein Briefpapier, keine Umschläge und Briefmarken und keine Telefonkarten", beschreibt Pater Don.

Auch die Rechtsgründe, die zur Verhaftung geführt habe, sind manchmal

unklar. Pater Don hat sich mit vielen Häftlingen unterhalten, hat deren Fälle studiert und Rechtshilfe angeboten. „Die Armen und die Zigeuner müssen schlimmer als die anderen leiden. Wer sich keinen qualifizierten Anwalt leisten kann, kommt automatisch ins Gefängnis, wo er ein Niemand inmitten einer Militärdiktatur ist. Ich habe einen Häftling kennengelernt, der auf Bewährung nach einer Gefängnisstrafe von 6 Jahren zu befreien war. Ich habe einen Anwalt angestellt, der aber die Freilassung auf Bewährung nicht erhalten konnte. Erklärung: der Häftling hätte keine Arbeit im Gefängnis geleistet. Die Richter haben aber nicht berücksichtigt, dass der betroffene Häftling an Hepatitis leidet, so dass er arbeitsunfähig ist. Sie haben auch nicht berücksichtigt, dass der Häftling nicht die notwendigen Bedingungen für seine Krankheit hatte. Ich habe ihm die nötigen Medikamente gekauft und versuchte, ihn in einem Gefängnis, wo ihm ärztliche Unterstützung angeboten würde, zu versetzen. Die Antwort war, dass in Codlea alle Bedingungen erfüllt sind. Wie denn, da ich die notwendigen Medikamente selbst gekauft habe? Ich habe eine Gegenuntersuchung beantragt, wobei ich die gleiche Antwort erhalten habe. Keine Behörde ist bereit zu bestehen, dass die rumänischen Gefängnisse nicht ordnungsgemäß funktionieren”. Pater Don hat gegen dieses System gekämpft. Er hat den Häftlingen Umschläge, Papier und Briefmarken gebracht. Er hat denen Telefonkarten gekauft. Sie wollten beichten. Aber die notwendigen Bedingungen dafür wurden nicht zur Verfügung gestellt. Immer am Eingang einer Leibesvisitation unterzogen, von den Wächtern belästigt, verhindert, die Beichte der Häftlinge abzunehmen. Mit dem Führungspersonal des Gefängnisses wurde ein Protokoll vereinbart. Das Protokoll wurde aber nicht eingehalten. Pater Don ist nicht mehr bereit, die Belästigungen der Wächter und des Führungspersonals des Gefängnisses mitzumachen, weil er den Häftlingen helfen will. „Nach der Verhaftung verlieren die Menschen alle Rechte. Nicht einmal die Priester können sich mit denen in Verbindung setzen. Auch ich wurde von maskierten Wächtern brüskiert. Die Pflichtverteidiger bleiben passiv, wenn sie nicht 10 Millionen Lei für einen Häftling erhalten. Auch die Mitarbeiter aus den Gefängnissen sollten geschult werden.”

 

Als Menschen zerstört

 

Pater Don Demidoff redet über die Nutzlosigkeit des rumänischen Gefängnissystems. Er sagt, dass die Häftlinge die gleiche Behandlung überall hatten. Die Wächter behandeln sie überall sehr schlecht. Überall erinnert die Einstellung und die Atmosphäre an eine Militärdiktatur. Niemand hat Rechte, wobei die Erniedrigung der armen und Zigeuner unvorstellbar ist. „Die Personenangaben werden nicht geschützt. Einige von mir zugesandten Pakete wurden zurückgeschickt, weil ich nicht den Namen und das Geburtsdatum der Eltern darauf angegeben hatte. Die Familien der armen Häftlinge, die kein Geld hatten, um ihre Verwandten zu besuchen, haben mich gebeten, ein Foto des Häftlings zu machen. Das Gefängnispersonal hat den Antrag brutal abgelehnt”, ergänzt Pater. Für die wohlhabenden Häftlinge sehen die Sachen ganz anders im Gefängnis aus. Pater Don Demidoff hat erfahren, dass die reichen Häftlinge mit Hilfe der Wächter Mobiltelefone, Prostituierte oder Drogen kaufen können.

 

Der Kampf gegen das System

 

Der ehemalige Direktor des Gefängnisses Codlea war aufgeschlossen mit Pater Don Demidoff. Er versuchte, ihm ein Beichtzimmer zur Verfügung zu stellen und ihm den Kontakt zu den Häftlingen zu erleichtern. Das Protokoll, welches mit der ehemaligen Führung aufgesetzt wurde, wird nicht mehr eingehalten. Zur Zeit wird das Gefängnis von einem neuen Direktor geleitet. Die vorherigen Vereinbarungen sind nicht mehr gültig, die Unterzeichnung eines neuen Protokolls wurde versucht. Don Demidoff hat auf die Besuche im Gefängnis auf Grund des nutzlosen Kampfes mit einem geschlossenen, kommunistischen System verzichtet. Er hat beschlossen, die Wirklichkeit der Öffentlichkeit vorzustellen. Er hat seine Erfahrungen der Justizministerin Monica Macovei beschrieben. „Das rumänische System der Gefängnisse schafft Hass, Grausamkeit, Menschenverachtung, soziale Isolation, Verbitterung, Verformung der individuellen menschlichen Substanz und ist Brutstätte für weitere Straftaten und eine Schule für Kriminalität sondergleichen und stigmatisiert den Rest des Lebens eines Ex-Häftlings. (…) Wenn man durch eine Amnestie die Kleinststraftaten (Diebstahl bis 500 Euro) auslöschen würde, könnte man die Anstalten um die Hälfte der Einsitzenden entleeren und für den Rest einigermaßen humane Situationen schaffen, vor allem aber auch intern ein soziales System der Strenge oder Belohnung”, hat er unter anderem der Justizministerin geschrieben. Er hat auch der Gefängnisführung und der Europäischen Kommission geschrieben. Die Antwort der Justizministerin war lückenhaft und gegenstandslos.

Die Häftlinge schreiben weiterhin an Don Demidoff, wobei sie dazu die von ihm gespendeten Materialien verwenden. Sie benötigen Hilfe und wollen mit ihm reden. Erwachsene Männer weinen in den rumänischen Gefängnissen, wo die Lebensbedingungen schlechter als die der Schweine in Deutschland sind.

„Die Lehrmethoden waren unterschiedlich, Ich arbeitete mit Gruppen von 50 Personen in der Altersstufe von 18 bis 28 Jahren. Am Anfang wollte ich von denen Vorschläge für Gesprächsthemen durch anonyme Briefe erhalten. Einer hat ein Penis gezeichnet. Ich fragte, wer so etwas gezeichnet hat. Alle lachten. Ein Häftling, der provozierend vor mir saß, hat zugegeben. Ich bat ihn, sich anzunähern. Ich habe ihm die Hand gereicht, alle lachten. Dann habe ich zu mir gezogen, ganz nahe. Ich erklärte ihm, dass wir etwas anders tun werden, wenn er mich provozieren will. Plötzlich war Ruhe”, Pater Don Demidoff

„Es ist unglaublich. In den 30 Jahren meiner Priestertätigkeit, seitdem ich Seelsorge anbiete, habe ich nie so etwas erlebt. Einige Häftlinge, krank und geschlagen, weinten und wollten nicht mehr in der Zelle zurückkehren. Sie bevorzugten die Isolation. Keiner hat etwas für sie getan. Dort habe ich auch einen Häftling der schon seit sechs Jahren verhaftet war, weil er eine Million alte Lei gestohlen hatte. Alles ist grausam dort. Auf dem Rückweg mußte ich weinen. Unabhängig von den Taten, ist die Behandlung grausam”, Pater Don Demidoff

40 Tage vor dem EU - Beitritt Rumäniens, Tausende Häftlinge verrotten in den rumänischen Gefängnissen. Oft 30 Gefangene in einer Zelle, meistens zwei in einem Bett. In West-Europa haben selbst Schweine bessere Lebensbedingungen. „Ich war 6 Monate Seelsorger im Hochsicherheitsgefängnis im rumänischen Codlea, dann habe ich kapituliert”, die Botschaft von Pater Don Demidoff für Europa

 

Briefe an Häftlinge

 

„Viele, viele Briefe habe ich in den letzten Wochen von Euch erhalten. Mich bedrücken Eure geistigen Nöte, Eure materielle miserable Situation, Eure Hoffnungslosigkeit und auch viel Ungerechtigkeit. Viel zu viele leiden bei Euch viel zu lange, weil Ihr Euch keinen kompetenten Anwalt leisten konntet. Das ist ein Skandal.

Ich habe einen ausführlichen Brief mit vielen Vorschlägen an die Justizministerin Macovei geschrieben. Ich kann unter diesen Umständen nicht mehr zu Euch nach Codlea kommen, denn ich habe dort als Priester nicht die Rechte und Freiheiten, die ich in jedem europäischen Gefängnis hätte, um den Gefangenen zu helfen. Schon das Filzen meiner Soutane und meiner Tasche an der Pforte ist so diskriminierend, dass ich mich frage, haben wir als Priester keinen Wert? Natürlich würde ich niemals eine Regel im Gefängnis brechen. Viele hatten mich um ein Handy gebeten, viele hatten Ansinnen, die ich kategorisch abgelehnt habe. Aber dennoch habe ich versucht, auch Eure Rechte zu reklamieren. (...)Noch einmal es gibt für Euch sicher genug Gründe zu büssen. Ihr müßt Eure Opfer und Gott um Vergebung bitten. Aber ehrlich und aufrichtig. (...)Einige haben mir geschrieben, dass sie einen Hungerstreik durchführen wollen, damit ich zurückkomme. Tut das bitte nicht. Es sieht nach Erpressung aus und so arbeiten wir niemals. (...)Ich bitte Euch aus ganzem Herzen: betet, betet, betet.”, Brief vom 4. November. 2006

 

„Der Freiheitsentzug in Codlea ist ein Fall für den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg, für Amnesty International London und für die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte Frankfurt, aber insbesondere für den europäischen Hochkommissar in Brüssels. (...) Immer habe ich unterstrichen, dass eine Mißachtung der gesetzlichen Vorschriften auch durch Freiheitsentzug bestraft werden kann. (...) Das Problem in Rumänien ist, dass der Freiheitsentzug als ungenügend betrachtet wird. Die Häftlinge müssen auch erniedrigt werden. Und das ist grausam ”.

 


40 Tage  vor der Integration Rumäniens in Europa verkommen dort tausende Häftlinge in den Gefängnissen. Oft 30 Gefangene ineiner Zelle, meistens  zwei in einem Bett. In West-Europa haben selbst Schweine bessere Lebensbedingungen. Ich war 6 Monate Seelsorger im Hochsicherheitsgefängnis im rumänischen Codlea, dann habe ich kapituliert.






 

Meine lieben Brüder im Gefängnis in Codlea,

ich muss Euch, wie bereits mündlich geschehen, mitteilen, dass ich vorerst meinen freiwilligen Dienst in Codlea unterbrechen muss.

Die Gründe:

  1. Meine tatkräftige Hilfe für Eure Belange innerhalb und ausserhalb der Gefängnismauern ist nicht erwünscht, wird mindestens suspekt betrachtet. Für die "neue" Geistesfreiheit und Religionsfreiheit duldet man wohl nur fromme Worte ohne christlichen Beweis.
  2. Zwischen mir und dem Gefängnisdirektor gibt es keine Verständigungsmöglichkeiten mehr.
  3. Die Vereinbarungen mit der Gefängnisleitung bzw. deren Mitarbeiter werden nicht eingehalten, vor allem was Eure Freiheit betrifft an meinen Stunden in Codlea teilzunehmen.
  4. Es gibt keine Möglichkeiten, wenn auch nur in kleinsten Schritten Euer Leben dort positiv zu beeinflussen.
  5. Der Freiheitsentzug in Codlea ist ein Fall für den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strasbourg, für Amnesty International London, und für die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte in Frankfurt, vor allem aber den Hohen Kommissar in Brüssel. Alle werde ich anschreiben und auch die Medien aufmerksam machen. In einem demokratischen West-Staat haben Tiere in ihren Ställen bessere Bedingungen, als die Gefangenen in Codlea in ihren Zellen.

Ich habe immer betont, dass ein Gesetzesbrecher notfalls mit Freiheitsentzug bestraft werden muss. Allerdings scheinen mir die Höhen der Freiheitsstrafen dort mehr als überzogen zu sein. (Das allerdings ist nicht das Problem der Gefängnisleitung, sondern der Justizministerin und der Gerichte). Das Problem in einem rumänischen Gefängnis ist, dass man wohl glaubt, dass der Freiheitsentzug nicht ausreicht. Man muss die Insassen auch noch erniedrigen. Und das ist schrecklich. Die höchste Strafe, die einem Menschen in einem demokratischen West-Gefängnis aber zumutbar ist, ist der Freiheitsentzug. Wer Gesetze bricht, muss dafür büssen. Aber mehr nicht. Es muss einem Gefangenen aber auch die Möglichkeit gegeben werden, seine Tat zu bereuen und das geschieht keinesfalls unter Zerstörung seiner Persönlichkeit. Das geschieht auch nicht durch Isolation von seiner Familie, von seinen geliebten Menschen. Ich habe die Gefangenen befragt, ob Sie denn überhaupt jemals die Möglichkeit hatten, die Menschen, denen sie Böses angetan haben, um Verzeihung zu bitten, wenigstens in einem Brief. Auch diese Möglichkeit gibt man ihnen nicht. Theoretisch haben sie Möglichkeiten Briefe zu schreiben oder zu telefonieren.

 

Straftäter mussen re-sozialisiert werden. Ich kann in Codlea nicht erkennen, was dafür konkret geschieht. Ich bin tief-traurig, wie die Menschen in Codlea gedemütigt werden. Es heisst "Hochsicherheits-Gefängnis". Aber wieviele sind dort eingeschossen, die eine Erst-Tat begangen haben, viele aus Hunger und der jeweilige Schaden so gering ist, dass eine soziale Aufgabe als Bestrafung absolut ausreichen würde. Warum müssen eigentlich Zigeuner besonders hart bestraft werden, Jugendliche? Will man sie einfach wegschliessen?

 

Meine lieben Brüder: Christus hat gesagt: "Ich war im Gefängnis und ihr habe mich besucht". Ich will euch weiter begleiten und ich hoffe auf die Einsicht des Generaldirektors XY in Bukarest und der Justizministerin Moncia M. in Bucarest. Der Generaldirektor hat bisher intelligent und positiv geantwortet und mich auch nach Bukarest eingeladen.

 

Für eine Zeit, wie lange weiss ich nicht, muss ich Euch also ausserhalb der Mauern begleiten. Ich schicke Euch weiter die Zeitung mit der Seite 5 und Ihr könnt mir jederzeit schreiben. Ich werde weiter Eure Familien aufsuchen und denen Eure Sorgen mitteilen, wenn Ihr sie mir schreibt. Es ist wichtig, dass Ihr Kontakt zu Euren Familien behaltet. Wo denn wollt Ihr sonst hin, wenn Ihr einmal hoffentlich frei seid. Ich werde Euch weiterhin einen Anwalt der Liga besorgen, wenn es in besonderen Fällen notwendig ist.

 

Ich hoffe, dass Ihr meine Post erhaltet und mir unbehindert schreiben könnt. Ich bitte Euch die beiliegenden Fragen zu beantworten.. Ein Freiumschlag liegt bei.

 

Seid tapfer. Behaltet trotz der Umstände Eure Würde. Laßt Euch nicht erniedrigen. Und bittet Jesus Christus, den HERRN aller Welten, den HERRN über Freiheit und Unfreiheit Euch zu schützen und mit Euch zu sein. Prüfet die, die Euch einen neuen Glauben oder eine neue Kirche andrehen wollen an ihren Worten. Es gibt keinen wirklichen Christen ohne christliche Taten. Süssliches Geschwätz oder Lieder haben nichts mit Jesus Christus zu tun. Und betet! Betet für Euch, betet für Eure Angehörigen und betet für die, denen Ihr Leid angetan habt. Das letzte VATER UNSER, das ich zusammen mit Euch gebetet habe, hat mich sehr bewegt. In diesem Augenblick wart Ihr wirklich rein, ich sah Eure Verzweiflung in Euren Gesichtern, aber auch Eure Hoffnung. Nie erlebte ich in einem Gefängnis ein solches Gebet. Ihr wart mir nie so nahe. Betet auch für mich. Ja, denn auch ein Priester ist in Wahrheit nur ein Sünder....

 

Euer Pater Don Demidoff ICCC genannt "Bosco"

 

Bitte diesen Fragebogen sofort im Freiumschlag zurückschicken:

Ich habe den Brief unzensiert erhalten Ja Nein

Ich habe die Zeitung unzensiert erhalten

Ich will dass Du uns weiter hilfst

Ich wurde freitags aufgeschlossen, um an den Versammlungen mit Dir teilzunehmen

Ich wurde nicht immer aufgeschlossen, um an den Versammlungen teilnzunehmen

Ich habe das betreffende Formular nicht ausfüllen können, wenn ich nicht teilnehmen konnte

Ich brauche dringenden Kontakt mit meiner Familie

Ich bin das letzte Mal besucht worden vor ..........................

Ich brauche dringend einen Arzt

Ich brauche dringend einen Psychologen

Ich brauche dringend einen Priester

Sonstiges.........................................

 

 

 

 

Sehr geehrter Herr Generaldirektor

aus dem beiligenden Brief an die Gefangenen der Gruppe Jugendlicher, die ich dort einmal wöchentlich betreut habe, ersehen Sie, dass ich meine freiwillige und unbezahlte Tätigkeit im Auftrag der "Liga Renasterea Morala" in Codlea vorläufig einstellen musste. Die Bedingungen dort sind menschenunwürdig und kleinste Schritte, den Gefangenen ein Zeichen christlicher Nächstenliebe zu geben, sind unwillkommen und suspekt.Auch zweifle ich an der Härte des Strafmasses in vielen Fällen, aber das ist ja nicht ein Thema der Gefängnisleitung sondern der Justizministerin. Viele der Insassen werden dort noch mehr zerbrochen, entwürdigt und haben keine Chance der Resozialisierung, nicht einmal die Chance, ihre Opfer um Verzeihung zu bitten. Was geschieht mit einem Menschen, der nicht um Verzeihung bitten darf und dem nicht verziehen wird. Das ist der Anfang von Re-Sozialisierung. Sie erleben eine Bestrafung der Strafe. Die Liga hat also versucht, Resozialisierung im wahrsten Sinne des Wortes zu betreiben und und zum Beispiel familiäre Kontakte wiederzubeleben.Wir haben unsere Tätigkeit nicht verstanden als Mitgliederwerbung für eine Kirche oder eine Sekte, sondern als konkreten christlichen Beistand für Menschen, die wieder eine Chance brauchen. Vor allem in den Fällen, in denen Justizirrtümer die Menschen dorthin geschickt haben, haben wir unsere Anwälte eingeschaltet. Wir weisen das Benehmen des dortigen Direktors von Codlea zurück, den Vertreter der LIGA abzukanzeln. Es fällt uns überhaupt auf, wenn der Psychologe Herr Staier nicht anwesend ist, die Vereinbarungen nicht mehr halten. Das beginnt schon beim Empfang. Der Direktor hat unter Zeugen erklärt, dass er nicht in Europa integriert werden will. Damit entzieht sich für uns jede Gesprächsmöglichkeit.

 

Ich kann nur zu den Gefangenen zurückkehren und ihnen helfen, wenn ich mit der Generaldirektion, also mit Ihnen ein faires Protokoll erreiche.

Bitte lesen Sie meinen Brief, den ich jetzt an die Gruppe der Gefangenen geschrieben habe.

 

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen in Ihrem schweren Amt. Gott befohlen Ihr Pater Don Demidoff ICCC

 

 

 

 

Meine lieben Brüder in Christus, meine lieben Brüder in Unfreiheit.

Viele, viele Briefe habe ich in den letzten Wochen von Euch erhalten. Mich bedrücken Eure geistigen Nöte, Eure materielle miserable Situation, Eure Hoffnungslosigkeit und auch viel Ungerechtigkeit. Viel zu viele leiden bei Euch viel zu lange, weil Ihr Euch keinen kompetenten Anwalt leisten konntet. Das ist ein Skandal.

 

Ich habe einen ausführlichen Brief mit vielen Vorschlägen an die Justizministerin Macovei geschrieben, leider habe ich keine Antwort erhalten, sodaß mir jetzt die Hände gebunden sind:

 

Ich kann unter diesen Umständen nicht mehr zu Euch nach Codlea kommen, denn ich habe dort als Priester nicht die Rechte und Freiheiten, die ich in jedem europäischen Gefängnis hätte, um den Gefangenen zu helfen. Schon das Filzen meiner Soutane und meiner Tasche an der Pforte ist so diskriminierend, dass ich mich frage, haben wir als Priester keinen Wert? Natürlich würde ich niemals eine Regel im Gefängnis brechen. Viele hatten mich um ein Handy gebeten, viele hatten Ansinnen, die ich kategorisch abgelehnt habe. Aber dennoch habe ich versucht, auch Eure Rechte zu reklamieren. So bleiben meine Zusagen Euch gegenüber ohne Inhalt und ohne Wahrhaftigkeit. Inzwischen kommen sogar die Pakete zurück, weil wir nicht über Eure Daten verfügen. Wir müssten auf die Paketadresse Euer Geburtsdatum und die Namen Eurer Eltern schreiben. Das ist doch in einem zivilisierten Staat und auch im Strafvollzug aberwitzig. Das sind doch Schikanen.

 

Nun, Monica Louzia Macovei hat mir nicht geantwortet. Sicher bin ich auch nicht genug wichtig. Ich kann also nur noch in der öffentlichen Meinung, in den Medien für Euch kämpfen und für Euch eintreten.

 

Noch einmal es gibt für Euch sicher genug Gründe zu büssen. Ihr müßt Eure Opfer und Gott um Vergebung bitten. Aber ehrlich und aufrichtig. Ihr habe keine Chance wenn Ihr diesen Akt nicht vollständig und hingebungsvoll macht.

 

Besonders traurig bin ich, weil ich Euch vor allem in Euren seelischen Nöten nicht mehr beistehen kann, also Euch keine Beichte mehr abnehmen kann und Euch die Vergebung unseres unendlich guten Gottes mitteilen kann. Es tut mir weh.

 

Einige haben mir geschrieben, dass sie einen Hungerstreik durchführen wollen, damit ich zurückkomme. Tut das bitte nicht. Es sieht nach Erpressung aus und so arbeiten wir niemals. Eine legale Möglichkeit besteht darin, dass Ihr eine Unterschriftensammlung durchführt und mit diplomatischen Worten die Justizministerin bittet, doch meinen Brief zu beantworten. Vielleicht bestünde so eine Möglichkeit, dass ich zurückkomme und meine Tätigkeit wieder in Codlea aufnehme. Eine weitere Diskussion mit der Führung von Codlea lehne ich ab. Alle haben dort immer noch militärische Grade, was soll man dort diskutieren. Mehr kann ich dazu nicht sagen, obwohl es noch viel zu sagen gäbe.

 

Ich bitte Euch aus ganzem Herzen: betet, betet, betet. Lasst die Gewalt untereinander in den Zellen, kümmert Euch um die Schwachen. Teilt mit denen, die gar nichts haben. Befolgt die Regeln des Gefängnisses. Aber habt auch den Mut es zu sagen, wenn Euch dort Unrecht geschieht. Ihr könnt es mir immer mitteilen, ich werde es dann in meiner Zeitung "Ziarul de Sibiu" publizieren.

 

In den Beichten musste ich furchtbare Dinge aus dem Innenleben des Gefängnisses erfahren.

 

Oftmals kam ich nach Hause und habe in meiner Kapelle geweint. Die Botschaft Jesu ist nur eine: liebet einander, liebet einander wie Brüder.

Auch wenn Euch die Gesellschaft verachtet: ich umarme Euch brüderlich.Denn Christus war auf der Seite der Sünderin Maria Magdalena, des Zöllners, der Kranken und der Schwachen. Und in der Stunde seines Todes am Kreuze versprach er einem Kriminellen am Kreuz neben ihm, dass er noch in der gleichen Stunde mit Jesus ins Paradies eingehe.

 

Euer Pater Don Demidoff ICCC

PS Ich warte noch ein paar Tage auf Antwort aus Bukarest. Im Falle dass mein Brief unbeantwortet bleibt, bin ich frei, auch diesen Brief zu publizieren

Ihr Schreiben Nr. 242227/20.10.2006

Eingang bei der LIGA am 30.10.2006

 

 

 

 

Sehr geehrte Frau Ministerin, sehr geehrter Herr Generaldirektor,

Im Anschluss an Ihre oa. Antwort erklären wir:

  1. wir haben keine Petition bei Ihnen eingereicht.
  2. Nach dem Besuch Ihres Beauftragten Herrn Dr. Berechet? am 22.9.2006 am Sitz der Liga in Iacobeni wurde vereinbart, ein neues Protokoll zu unterzeichnen, weil das erste durch die Leitung des Penitentiars Codlea nicht eingehalten wurde.
  3. Die Liga hat zu Händen der Ministerin und des Generaldirektors ein Memorandum erstellt, indem den Gefangenen zu mehr Rechten im europäischen Standard wenn auch mit kleinen Schritten zu ermöglichen.
  4. Dieses Memorandum auf eine Petition zu reduzieren, in dem den Gefangenen das "Schreibrecht" zugesichert werden soll ist eine Farce.Die LIGA selbst hat nachweislich den Gefangenen Korrespondenzmaterial und Telefonkarten ausgehändigt, damit deren Recht auf Kontakt zur Aussenwelt gewährleistet war.
  5. Es ist auch nicht wahr, dass den Gefangenen ihre Mindestrechte realisiert werden.
  6. Wenn in Codlea Telefonmobile, Drogen und Prostitutionsgeschäfte ins Gefängnis gelangten, so ist dies nur durch die Angestellten möglich. Sie sollten einmal wie im Falle der "Schreibgarantie" den Wahrheitsgehalt der Auskünfte und Untersuchungen von dort verifizieren.

Wir entnehmen Ihrem Schreiben, dass Sie an einer Zusammenarbeit mit der LIGa nicht interessiert sind und fühlen uns daher an die beabsichtigte Vereinbarung mit Dr.Berechnet und die Schweigepflicht nicht mehr gebunden. Die Liga wird ihre Tätigkeit in Codlea nicht wieder aufnehmen.

 

Wir werden darum den Verpflichtungen der Statuten der LIGA entsprechend die unglaublichen Zustände in Codlea und die Erniedrigungen der Gefangenen bei den Medien, den Europäischen Instanzen und Kommissaren und den Menschenrechtskommissionen aufgrund unserer eigenen Erkenntnisse in Codlea publizieren.

 

Wir halten noch einmal fest, dass in einem demokratischen Staat der Freiheitsentzug die maximale Form der Strafe für einen Verurteilten ist. Wenn Rumänien jetzt in Europa integriert wird, muss dort nachdrücklich daraufhingewiesen werden, dass den Gefangenen in Codlea und den anderen Gefängnissen die Menschenrechte nicht gewährt werden und sich die Unterdrückung in gar nichts vom kommunistischen System unterscheidet.

 

Die Verordnung nr 610/c/17.02.2006 ist doch in Wahrheit nur ein Paravan. Eine qualifizierte Durchführung kann schon allein aufgrund der immer noch herrschenden Ideologie und Indoktrination gar nicht realisiert werden.Wir halten ausdrücklich fest, dass der Präsident der Liga, seine Aufgaben als Priester in Codlea nicht ausüben konnte.

 

Es mag wohl müssig sein, nach Ihrer verhöhnenden und reduzierenden Antwort auf weitere Aspekte einzugehen.

Hochachtungsvoll Pater Don Demidoff ICCC

 

Recomandare / Avis de primire  Strict personal

Frau Minister Dr.Monica Luisa Macovei

Bucuresti

 

 

 

 

 

Sehr geehrte Frau Minister Dr. Monica Luisa Macovei,

mit Anerkennung danke ich Ihnen für Ihre schnelle Reaktion in Sachen Penitenciar Codlea bezüglich meines damaliges Protokolls mit der Leitung der Haftanstalt.  Ich danke Ihnen, dass Sie so bewundernswert unbürokratisch Ihren General-Bevollmächtigten Dr. Bechenet am ……………..zu uns zum Sitz der LIGA gesandt haben.

 

Damals haben wir vereinbart, ein neues Protokoll der Zusammenarbeit mit diesem Penitenciar zu erstellen. Wir haben nun ernsthaft über die Situation nachgedacht und unser Präsident  Pater Don Demidoff ICCC war auch noch einmal in der Institution, um verschiedenen Gefangen zu helfen, bzw. Botschaften oder Informationen deren Familien zu überbringen oder auch die Anwälte der LIGA einzuschalten.

 

Eigentlich müssten wir Ihnen nunmehr ein langes Memorandum erstellen, um die Situation aus unserer Sicht darzustellen. In der Kenntnis, dass ein Minister kaum Zeit hat, lange Memoranden zu lesen, beschränken wir uns auf diese Kernsätze:

 

Wir prüfen ernsthaft, ob ein Protokoll der Zusammenarbeit, dass in kürzester Zeit wieder auf Konflikte stossen wird, noch Sinn macht. Wir prüfen ausserdem ernsthaft, ob unsere Tätigkeit intern, bei der wir der Schweigepflicht unterliegen und immer nur einer kleinen Gruppe Gefangener helfen können, effizient ist. Oder ist es besser, wir unterliegen von aussen unserer Unabhängigkeit und haben die Freiheit, Menschenrechtsorganisationen und Medien auf die vielfachen Problemfälle aufmerksam zu machen. Wobei uns klar ist, dass Codlea nur ein Fall der verschiedensten Problemgefängnisse darstellt.

 

16 lange Jahre hat Europa wegen der Heim- und Strassenkinder geschrien und die Integration Rumäniens in Europa von der Verbesserung der Bedingungen dieser Betroffenen abhängig gemacht. Wenige Monate aber vor der Integration in Europa gibt es noch das Problem der rumänischen Gefängnisse, deren Zustand viel dramatischer ist, als das Problem der verlassenen Kinder jemals war.

 

Das rumänische System der Gefängnisse schafft  Hass, Grausamkeit, Menschenverachtung, soziale Isolation, Verbitterung, Verformung der individuellen menschlichen Substanz  und ist Brutstätte für weitere Straftaten und eine Schule für Kriminalität sondergleichen und stigmatisiert den Rest des Lebens eines Ex-Häftlings.

 

Wenn zwischen 20 und 30 Gefangenen in einer Zelle eingepfercht sind, immer zwei in einem Bett, Bettwäsche nur bei Haftantritt,  ist das Menschenverachtung ohne Beispiel und eine Entwürdigung von Menschen, wie wir sie als  Demokraten nie erlebt haben.

 

Das beginnt aber schon vor dem Strafvollzug durch das Rechts– und Gerichtswesen:

 

1. Wer arm ist, muss länger büssen

2. Wer Zigeuner ist, wird härter bestraft

3. Wer sich keinen qualifizierten Anwalt leisten kann, hat auch keine Unschuld.

 

Wenn die Gerichte endlich für die Delikte ein gesundes Strafmass walten liessen, könnten Straftäter Einsicht lernen und Busse akzeptieren.

Wenn man durch eine Amnestie die Kleinststraftaten (Diebstahl bis 500 Euro) auslöschen würde, könnte man die Anstalten um die Hälfte der Einsitzenden entleeren und für den Rest einigermassen humane Situationen schaffen, vor allem aber auch intern ein soziales System der Strenge oder Belohnung.

Wenn man es lernen würde, dass auch Gefangene ein Recht auf Korrektheit haben und ein Recht auf Recht, würden viele der Gefangenen anders reagieren.

Wenn Leitungsorgane lügen oder sogar falsche Beurteilungen oder Gerichtsdeklarationen  ausstellen, darf man sich nicht wundern, wenn die geknechteten Menschen in eine desolate Situation geraten, wie sie zuletzt in den Medien auch über Codlea beschrieben wurde. Konkret: nur dort wo die Leitung mitspielt, sind Drogen– und Telefonmobilhandel überhaupt möglich. Warum berichten selbst die Medien so einseitig .....?

Wenn man alle nach alter Ideologie “gleichmacht” und auf eine kriminelle Stufe stellt, wer keine Wertescala und damit humanes Denken praktiziert, darf sich nicht wundern, wenn er in Codlea und anderswo einen Käfig von Raubtieren schafft.

 

Dort wo noch militärische Grade herrschen, sind auch Köpfe und Herzen militärisch. Das hat aber in einem demokratischen Gefängnis nichts zu suchen.

 

Besonders aber bedrückt uns, dass ein Priester, ein Seelsorger in Codlea überhaupt keine Recht hat, etwa wie in einem deutschen bzw.westeuropäischen Gefängnis, keine Bewegungsfreiheit intern hat und wohl auch seine Würde kaum bekannt ist. Aber das entspricht genau diesem Menschenbild, das wohl immer noch aus der scheinbar niemals ausrottbaren kommunistischen Ideologie stammt. Jeder Verbesserungsvorschlag, jeder Schritt um etwas neues auszuprobieren im Interesse der Gefangenen, jeder psychologische Versuch, die Gefangenen “neu” und “innen” zu erreichen, ist dort blockiert. Nicht einmal und das haben wir mehrfach reklamiert ist eine fundamentale Beichte dort in Ruhe absolvierbar,die für einen Sünder so befreiend sein kann und oft ist. Als Priester der Independent Catholic Church ICCC USA legen wir ein Jurament ab, dass wir die Regeln (hier muss natürlich gefragt werden welche Regeln?) der Anstalt strikt beachten, Stillschweigen bewahren, dafür aber intern a l l e   Bewegungsfreiheit erhalten. Davon ist Codlea weit entfernt.

 

Vieles wäre noch zu sagen, wir wollen unsere Leser aber nicht vorab strapazieren.

Die elementare Frage ist nur, sehr verehrte Frau Minsiter, wie sollen wir unter diesen Bedingungen mit dem Penitenciar ein vernünftiges und gesundes Protokoll abschliessen? Die Schwierigkeiten einer intelektuellen, ideologiefreien Diskussion haben wir bereits früher dargestellt. Das bedeutet, dass dieses Protokoll keinesfalls auf der Ebene des Penitenciars, sondern wenn überhaupt nur direkt mit dem Justizministerium bw. der Generalverwaltung der Gefängnisse abgeschlossen werden kann.

Wir sind auch traurig, dass das Volumen unseres Wirkens den lokalen Bereich in Codlea als Information nicht verlassen hat und das Ministerium nicht wirklich informiert wurde.

Was hat die LIGA nicht will.

Die Mitglieder der LIGA gehen nicht nach Codlea um Mitgliederwerbung  für eine Kirche oder eine  Organisation zu betreiben. Die LIGA ist unabhängig von Parteien, Kirchen und Organisationen.

Die LIGA hat das Format

einer christlich-sozialen und humanitären Vereinigung und wirbt insgesamt für die Wiedergeburt der Moral auf der Basis von Toleranz in welcher Volksgruppierung auch immer.

Was hat die LIGA in Codlea getan bisher getan?

Allgemeine Beratungen, Unterweisungen und Diskussionen in einer Gesprächsgruppe von 50 Personen in der Altersstufe von 18 bis 28 Jahren. Thema: Pädagogik des Herzens. Rollenspiele

Individuelle seelsorgliche Begleitung:

Einzelgespräche, Beichten, Konfliktgespräche

Immer ist die Basis eine Psychologie und Menschenkenntnis, in der auch der Strafgefangene seine Rechte kennt und als Mensch behandelt wird. Der Entzug der Freiheit ansich ist Strafe im Maximum, weitere Knebelungen oder inhumanes „Halten“  von Menschen ist Unrecht. Nicht nur die Todesstrafe ist abgeschafft.

Diskussionen über Verhalten von Bewachern und Dienstpersonal

Begleiten von Krankheit und Verlangen von Medikamenten und fachlicher Arzthilfe.

Warum werden Krankheiten, auch schwere, von Inhaftierten so geringschätzt?

Warum werden Gerichten falsche Bescheinigungen vorgelegt?

 

Soziale Begleitung und Kontakte zu den Familien

Wiederherstellung von sozialen Kontakten

Realisierung von Besuchen in schwierigen Fällen

Mittel und Organisation eines Besuches

 

Soziale Unterstützung , Hygienische Hilfsmittel, Medizinische Hilfe und Medikamente

 

Realisierung von juristischer Begleitung vor allem

bei Revision, Justizirrtum, Assistenz im Prozess selbst

 

Vorbereitung der Entlassung

Hilfestellung nach der Entlassung

Re-Sozialisierung

 

Bei all diesen Bemühungen wurde die LIGA bisher in Codlea nicht unterstützt,

ja vielfach behindert.

 

Macht es Sinn, verehrte Frau Minister, unter diesen Bedingungen ein neues Protokoll abzuschliessen?

 

Diesen Brief unterlegen wir bis zum 25. Oktober 2006 einer vertraulichen Gesprächsbasis und geben ihn bis dahin nicht der Öffentlichkeit oder den früher bereits genannten Menschenrechtsorganisationen.

Ein Duplikat senden wir ausschliesslich an unseren Vertrauten in Strasbourg, Dr.R.Giebenrath DEA

Bis dahin haben wir unsere Tätigkeit in Codlea vorläufig eingestellt

Bei einer positiven Antwort sind wir auch jederzeit bereit, nach Bukarest zu kommen oder erwarten Sie auch gern persönlich oder Ihren Gesandten Dr.Bechenet in Iacobeni.

 

Mit Respekt und Hochachtung Pater Don Demidoff ICCC

Presedinte Liga Renastere Morala  Presedinte Fundatia Casa Don Bosco



R U M Ä N I E N

J U S T I Z M I N I S T E R I U M

NATIONALE VERWALTUNG FÜR STRAFANSTALTEN

BÜRO DES GENERALDIREKTORS

 

 

Nr. 201399 / 17.01.2006

 

HERRN VORSITZENDEN

DER STIFTUNG SF. DON BOSCO

 

P. Don Demidoff ICCC

 

 

Die Zielsetzung der Nationalen Verwaltung für Strafanstalten ist die Einhaltung und Gewährleistung des Grundrechts auf Meinungs-, Gewissens- und Glaubensfreiheit der Personen, die eine Freiheitsstrafe haben. In diesem Sinne streben wir eine Zusammenarbeit auf lokaler Ebene zwischen der Verwaltung der Strafanstalt Codlea und der Stiftung Sf. Don Bosco an, deren Interessen von Ihnen großartig wahrgenommen werden.

Wir empfehlen Ihnen, so schnell wie möglich ein Protokoll mit der Verwaltung der Strafanstalt, in welcher Sie Ihre Tätigkeit ausüben werden, abzuschließen, nachdem Sie sich über den gesetzlichen Rahmen zur Regelung der religiösen Tätigkeit in den Strafanstalten informieren.

 

 

Hochachtungsvoll.

 

 

GENERALDIREKTOR

STAATSANWALT MARIUS IACOB

(unleserliche Unterschrift)

(Dienstsiegel)

RUMÄNIEN, Bukarest, Str. Maria Ghiculeasa Nr. 47, 2. Stadtbezirk

Telefon: 021 / 242.05.93, 242.33.14 / Telefax: 021 / 242.60.78 / E-Mail: office@anp-just.ro / Webseite: www.anp-just.ro